Allgemein

Gefährliche Staubgemische

Explosionsgefahr durch Strahlstaub?

Beim Sandstrahlen entsteht ein Mix aus dem Oberflächenabtrieb und dem verbrauchten Strahlgut. Darin sind Metalle, Lacke und Farben sowie Kunststoffe enthalten. Anwender stellen sich daher häufig die Frage: Besteht durch die gemischten Strahlstäube eine Explosions- oder Brandgefahr? Dieser Frage sind Spezialisten vom Institut für Arbeitsschutz der Gesetzlichen Deutschen Versicherung (BGIA) gründlich nachgegangen. Hier die Untersuchungsergebnisse.

Sandstrahlen in speziellen Strahlkabinen

Das Feinstrahlen erfolgt in der Industrie automatisiertBei der Bearbeitung mit Sand oder dem Glasperlenstrahlen bildet sich eine Mischung, bezeichnet als Strahlstaub, deren Zusammensetzung verständlicherweise von dem eingesetzten Strahlgut und vom Werkstück selbst abhängig ist. Nun sind mindestens einige der “Zutaten” wie Lacken oder einige Kunststoffe brennbar. Außerdem ist bekannt, dass sogar Metalle wie Stahl oder Eisen in Staubform explosiv sein können. Bei dem Projekt von BGIA galt es nun zu untersuchen, ob Strahlstäube tatsächlich gefährlich sind und wenn ja, dann in welchem Maße und welche Vorkehrungen sind in dieser Hinsicht zu treffen? Untersucht wurden die Proben aus verschiedenen Strahlkabinen und zwar bezüglich von deren Brennverhalten, Glimmtemperatur, Mindestzündenergie und Explosionsüberdruck. Außerdem beschäftigte die Projektteilnehmer die Frage, ob die Strahlstäube zum unkontrollierten Selbstentzünden neigen.

Meinung der Experten: Explosionsgefahr eher gering

Das Ergebnis der monatelangen Arbeit steht nun fest und wurde vom BGIA offiziell veröffentlicht. Nach der Ansicht der Experten erwies sich die Explosionsgefahr beim Sandstrahlarbeiten deutlich niedriger, als zuvor angenommen. Wenn es zu einer Explosion kommt, dann eher zu einer druckschwachen. Die Brandgefahr ist bei Strahlstäuben im Schnitt wesentlich höher, als die Wahrscheinlichkeit einer Explosion. Besonders auf eventuelle Glimmbrände ist beim Sandstrahlen verstärkt zu achten. Freilich soll unbedingt auch die Brennzahl der Stäube unbedingt zu berücksichtigen. Bei Alu- oder Stahlstäuben mit der Brennzahl vier dürfen die Sicherheitsmaßnahmen auf keinen Fall vernachlässigt werden.