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Sandgestrahlte Jeans

Vorsicht beim Sandstrahlen von Jeans

Sandstrahlen in der JeansindustrieZwar impliziert der Begriff “Sandstrahlen“, dass die Oberflächen mit Sand angestrahlt werden, doch genau dieses Strahlgut ist in Europa seit Jahrzehnten verboten. Der Grund: Die Sandstäube verursachen eine lebensgefährliche Erkrankung, die im Volksmund als Staublunge bekannt ist. In den anderen Ländern der Welt ist es dagegen gang und gäbe, dass beim Sandstrahlen das Siliziumdioxid (der Hauptbestandteil von Sand) verwendet wird. Nicht zuletzt kommt dieses Strahlmittel bei der Textilveredelung zum Einsatz. Damit soll aber jetzt Schluss sein!

Used Look? Aber bitte ohne Gesundheitsschäden!

Die angesagten Jeans in der Used-Optik, die leicht verwittert und abgetragen wirken, verdanken ihren Look dem Sandstrahlen. Wie stylisch diese Jeans auch sein mögen, kosten sie immer mehr Arbeitern in der Dritten Welt das Leben. Die großen Modefirmen lassen gerne in den Billiglohnländern fertigen, wie in Fernost oder zum Beispiel in der Türkei. Doch allein in diesem Land leiden mehr als 5 Tausend Beschäftigte in den Textilfabriken an der sogenannten Staublunge. Fast 50 Menschen sind daran gestorben. Staublunge, medizinisch korrekt Pneumokoniose, wird durch anorganische Stäube verursacht, die sich in der Lunge abspeichern. Das feine Gewebe dieses Körperorgans vernarbt dadurch und wird hart. Die Lunge kann ihre Funktion nicht mehr einwandfrei erfüllen, für den Betroffenen bedeutet dies Bronchitis, chronisches Husten und Atemnot. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung tödlich.

Clean Clothes – für saubere Technologien

Bereits in mehreren europäischen Ländern läuft die Kampagne Clean Clothes für faire Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilbranche. Sandstrahlen von Textilien gerät zunehmend in die Kritik von den Aktivisten dieser Bewegung. Auf die entsprechenden Modelabels wird aktiv Druck ausgeübt und das mit Erfolg. Levi’s, H&M sowie C&A haben bereits vor Jahren auf das Sandstrahlen im Lohn bei der Textilveredelung verzichtet. Pepe Jeans und Mango zogen ebenfalls nach, auch Diesel schloss sich der Kampagne an. Zwar ist die Alternative – eine chemische Bearbeitung des Stoffes – ebenfalls nicht unproblematisch, gilt aber doch als weniger gesundheitsgefährdend. Für Modefirmen bedeutet der Verzicht auf Sandstrahlen einen bestimmten Verlust an Profit, der aber durch den Image-Gewinn durchaus kompensiert werden kann.